Der Podcast City-Transformer (live) von der re:publica 2026. Von freien Netzwerken bis zur europäischen Souveränität

Das Cover des Podcasts zeigt eine bunte Leinwand mit dem stilisierten Fotos der Hosts. Schrift: Podcast hosted by Habbel und Lobeck. City-Transformer. Smart - Nachhaltig - Zukunftsgewandt. Das Titelbild für die Episode 46 "Mehr Resilienz wagen - Kritische Infrastrukturen schützen mit Manuel Atug, AG KRITIS".

Franz-Reinhard Habbel und Michael Lobeck waren Mitte Mai auf der re:publica, dem „Festival für die digitale Gesellschaft“, wie die Macher:innen selbst formulieren. An drei Tagen werden in über 600 Sessions sehr viele Themen zu Digitalisierung und gesellschaftlichen Herausforderungen diskutiert.

Hören Sie rein – es lohnt sich.

Was die re:publica 26 für Kommunen bedeutet – die neue City-Transformer-Folge

Drei Tage Digitalkonferenz, tausende Teilnehmende, hunderte Sessions – und am Ende die Frage: Was davon ist eigentlich für die kommunale Praxis relevant? Genau dieser Frage gehen Franz-Reinhard Habbel und Michael Lobeck in der jüngsten Folge ihres Podcasts City Transformer nach, die sie direkt auf der re:publica 26 in Berlin aufgenommen haben.

Digitale Souveränität und öffentliche Beschaffung

Auffällig fanden beide zunächst, wie jung das Publikum in diesem Jahr war – nicht zuletzt durch die parallel stattfindende Jugendkonferenz TINCON. Inhaltlich kreiste vieles um ein Thema, das längst auch auf dem Schreibtisch von Verwaltungsspitzen liegt: digitale Souveränität. In einer Session mit der Digitalökonomin Francesca Bria und dem Autor und Bürgerrechtler Cory Doctorow ging es um die Machtverhältnisse zwischen Staat, Zivilgesellschaft und großen Tech-Konzernen – und um die These, dass öffentliche Stellen eigentlich nichts beschaffen sollten, was sie nicht auch kontrollieren, einsehen und anpassen können.

Europäisches Parlament als wichtiger Akteur

Wie politisch und zugleich praktisch dieses Thema ist, zeigte eine weitere Diskussion mit den Europaabgeordneten Axel Voss (CDU/EVP) und Alexandra Geese (Bündnis 90/Die Grünen). Bei aller Differenz in der Frage, wie viel Regulierung sinnvoll ist, teilen beide eine Einschätzung: Digitale Unabhängigkeit ist zu einer geostrategischen Frage geworden, bei der Europa jetzt handeln muss. Für Kommunen heißt das ganz konkret: Beschaffung und Vergaberecht sind keine reinen Verwaltungsformalitäten, sondern Stellschrauben dafür, wo Wertschöpfung entsteht und bleibt.

Digitale Souveränität soll dabei nicht in Abschottung münden. Sinnvoller sei es, sie gemeinsam mit anderen wertebasierten Demokratien global zu denken. Das bedeutet aber nicht, der Software eines US-Konzerns wie Palantir sensible Daten zu übergeben.

Kommunikation in freien Netzwerken

Für die kommunale Kommunikation gibt es in der Folge mehrere greifbare Anregungen. Eine davon ist die Idee, vorhandene Inhalte konsequent über mehrere Kanäle auszuspielen und dabei auch freie, dezentrale Netzwerke wie Mastodon mitzudenken – gerade für öffentliche Stellen eine Option, unabhängiger von einzelnen Plattformkonzernen zu werden. Inspiration liefert außerdem ein Blick nach Berlin: Das Projekt Digital-Zebra der öffentlichen Bibliotheken zeigt, wie niedrigschwellige digitale Teilhabe vor Ort gelingt, und mit Wiblio entsteht ein neues Format für Community und Veranstaltungen.

Engagement in und für Sachsen-Anhalt

Ein roter Faden der Episode ist das Thema Demokratie. Mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 plädieren Habbel und Lobeck dafür, ins Handeln zu kommen: lokale Initiativen wie Zora in Halberstadt oder Lamsa in Halle direkt zu unterstützen, oder Polylux eine ostdeutsche Unterstützungsstation für Demokratie-Initiativen. Auch die Initiativen der Gesellschaft für Freiheitsrechte, die rechtliche Unterstützung und Begleitung organisiert sind sehr unterstützenswert. „Kommt vorbei, spendet Geld und Know-How und nutzt Eure Reichweite um uns zu unterstützen“ ist zusammenfassend die Bitte der Initiativen vor Ort an alle Demokrat:innen, denen Sachsen-Anhalt nicht egal ist.

Zum Schluss wagen die beiden einen Ausblick, der schneller Realität werden könnte als gedacht: Roboter im öffentlichen Raum. Anknüpfend an einen humanoiden Roboter, der kürzlich einen Halbmarathon in Peking gewann, stellt sich die Frage, wie Kommunen Gehwege, Verkehr und Genehmigungen regeln – und ob wir nicht früher als bei den E-Scootern darüber nachdenken sollten.

Eine hörenswerte Folge für alle, die kommunale Zukunft mitgestalten. Reinhören lohnt sich.

Zwei Hinweise zum Schluss:

Wer Themenvorschläge für unseren Podcast hat, schreibt uns gern an info@habbelundlobeck.de.

Und wer digital unabhängiger werden möchte, kann sich am nächsten ersten Sonntag im Monat dem Digital Independence Day anschließen. Beides – der Schutz der kritischen digitalen Infrastruktur und die persönliche digitale Souveränität – gehört für mich zusammen.

Hören, Lesen, Weitersagen

Die ganze Episode finden Sie wie gewohnt auf habbelundlobeck.de oder direkt im Podcast-Player. Wenn Sie tiefer einsteigen wollen, lege ich Ihnen die Youtube-Seite der re:publica ans Herz (eine Peertube-Seite scheint es noch nicht zu geben). In den Shownotes, die Sie auf den oben genannten Seiten finden, gibt es weitere Links zu vertiefenden Seite.

Hier gibt es das automatisch erstellte Transkript als pdf für alle, die lieber lesen als hören.

Angeschnittenes Foto einer Person, die auf einem Sofa sitzt, ein Tablet auf dem Schoß hat, neben sich ein Handy mit Headset und ein Notizbuch mit Stift in der Hand. Vielleicht liest sie gerade das Transkript des Podcast City-Transformer zum StadtLand.Funk
Foto von Fausto Sandoval auf Unsplash

Feedback und Anregungen gerne unter info@habbelundlobeck.de direkt an uns.

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Der Autor: Michael Lobeck
Ich moderiere Veranstaltungen und berate öffentliche und private Akteure zu guter Kommunikation in der Stadtentwicklung. Ich halte auch Vorträge zu Sinn und Unsinn von Smart Cities und schreibe Bücher zu dem Thema. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, was ich für Sie tun kann, melden Sie sich gerne bei mir.

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