Fachkongress „Die digitale Stadt“ – Was können und müssen kommunale Praktiker tun?

 

Lars Klingbeil, MdB SPD, Abschlussvortrag auf der Tagung "Die digitale Stadt" der SGK NRW am 20.3.15 in Wuppertal

Foto: Michael Lobeck, CC-BY 3.0

Am Freitag, 20.3.2015, veranstaltete in Wuppertal die SGK NRW den Fachkongress „Die digitale Stadt“.  Mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren in die Wuppertaler Stadthalle gekommen, um mit Repräsentanten  aus Politik, Wirtschaft und Forschung zu diskutieren, was die Digitalisierung für Kommunen vor Ort ganz konkret bedeutet.

Nach einer Begrüßung, in der Frank Baranowski, Vorsitzender der SGK NRW und Oberbürgermeister aus Gelsenkirchen, einen Überblick über das TAgungstheme gegeben hatte und deutlich machte, dass in NRW viel digitale Kompetenz vorhanden sei, moderierte Michael Lobeck die Auftakt-Podiumsdiskussion mit

  • Willi Flachmeier, Siemens Deutschland Energy Management, Division Lead Region West
  • Dr. Günther Horzetzky, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen
  • Thomas Langkabel, Senior National Technology Officer, Microsoft
  • Dr. Alexander Rieck, Mitarbeiter am Fraunhofer Institut und Direktor des internationalen Architekturbüros LAVA
  • Guido Kahlen, Stadtdirektor der Stadt Köln

Dr. Günther Horzetzky, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen, betonte im Eröffnungsstatement die Bedeutung der Verfügbarkeit von breitbandigem Internet für die Kommunen in NRW. In der Diskussion wies er auf verschiedene Fördermöglichkeiten hin, die Kommunen zur Verfügunge stehen, betonte jedoch auch die Notwendigkeit, dass Netzanbeiter eigene Mittel dort investierten, wo sie Gewinne erzielen könnten.

Guido Kahlen, Stadtdirektor der Stadt Köln, formulierte Themenfelder, die für Kommunen besondere Herausforderungen mit Bezug auf Digitalisierung darstellen: e-Government, Bildung, Mobilität, Energie und Umwelt. Die kommunalen Vertreter müssten sich jetzt auf den Weg machen, wo sie noch gestalten könnten.

Willi Flachmeier, Siemens Deutschland Energy Management, betonte, dass sich Kommunen darüber klar sein müssten, dass sie miteinander um Bürger und Unternehmen im Wettbewerb stünden und daher die Investitionen in ihre Infrastruktur nicht vernachlässigen dürften.

Thomas Langkabel, Senior National Technology Officer, Microsoft, machte deutlich, dass sich Kommunen schon seit geraumer Zeit mit dem Thema Digitalisierung beschäftigten. 1999 etwa sei bereits Media@Komm gestartet und seither habe es vielfältige Initiativen auf Bundes- und Landesebene gegeben, die früher nur noch nicht „digitale Stadt“ oder „Smart City“ geheißen hätten. Allerdings sei der Anteil von „digitalen Inhalten“ in den Curricula der Verwaltungshochschulen NRW, deren Lektüre er sich unterzogen hätte, bemerkenswert gering.

Dr. Alexander Rieck, Mitarbeiter am Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, wies darauf hin, dass das Ausmaß der noch zu erwartenden Veränderungen der Lebens- und Arbeitswelten noch nicht annähernd erfasst sei. Diese Unsicherheit über zukünftige Entwicklungen mache Reaktionen heute auch schwierig. Jedoch sei aus der Vergangenheit zu beobachten, dass sich die Kommunen, die trotz schwieriger finanzieller Lage und unwägbarer Entwicklungen Visionen entwickelt und sich auf den Weg gemacht hätten, heute wesentlich besser daständen als die, die Entwicklungen abgewartet hätten.

 

In drei Arbeitsgruppen wurden anschließend die Themen „Digitales Leben“, „Mobilität“ und „Energie“ diskutiert:

AK 1 – Digitales Leben
Saskia Esken, MdB, Mitglied im Ausschuss Digitale Agenda des Deutschen Bundestages und stv. netzpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion
Julia Kloiber, Open Knowledge Foundation Deutschland, Projektleiterin Code for Germany
Thomas Langkabel, Senior National Technology Officer, Microsoft
Dr. Alexander Rieck, Fraunhofer Institut für Arbeitswissenschaft und Organisation
Michael Lobeck, Moderator, Mediator und Berater in der Stadtentwicklung

AK 2 – Mobilität
Michael Groschek, Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen
Dr. Carl Friedrich Eckhardt, Projektleiter Urban Mobility BMW Group
Ulrich Jansen, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH
Sebastian Hartmann, MdB, Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur, Mitglied des Kreistages des Rhein-Sieg-Kreises
Andreas Rimkus, MdB, Stv. verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion

AK 3 – Energie
Ernst Uhing, Präsident der Architektenkammer des Landes Nordrhein-Westfalen
Michael Wübbels, Stv. Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen e.V.
Oliver Wagner, Projektleiter am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH
Willi Flachmeier, Siemens Deutschland Energy Management, Division Lead Region West
Thomas Eiskirch, MdL, Wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen

 

Lars Klingbeil, MdB, Netzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion gab zum Abschluss einen Ausblick auf die kommenden Herausforderungen im Bereich Digitalisierung und Kommunen. Er betonte die besondere Verantwortung der Sozialdemokraten bei der Gestaltung dieses gesellschaftlichen Umbruchs und kündigte an, dass die Bundespartei Ende 2015 einen Parteitag zu diesem Thema plane und Leitlinien zum Umgang mit Digitalisierung verabschieden wolle.

Titelseite der Publikation "Die digitale Stadt der Zukunft" von Rainer Danielzyk und Michael Lobeck in der Schriftenreihe der SGK NRW

Pünktlich zum Kongress wurde die neue Publikation „Die digitale Stadt der Zukunft“ von Rainer Danielzyk und Michael Lobeck in der Schriftenreihe der SGK NRW vorgestellt, die bei der SGK bestellt werden kann. Hier ein link zum Download von Titelseite und Inhaltsverzeichnis.

 

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