Zukunft des Bonn-Center / 100 Besucher bei Präsentation von studentischen Entwürfen und Podiumsdiskussion des BDA Bonn-Rhein-Sieg zur Stadtentwicklung Bonns

 

Foto: Michael Lobeck; Bonn-Center am 29.10.2014, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Foto: Michael Lobeck; Bonn-Center am 29.10.2014, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Am 30. Oktober 2014 trafen sich ca. 100 Besucherinnen und Besucher im Kunstmuseum Bonn um über die Zukunft des Bonn-Centers zu diskutieren. Der BDA Bonn-Rhein-Sieg hatte zur Präsentation von studentischen Entwürfen für die zukünftige Entwicklung von Gebäude, Grundstück und Quartier und zu einer anschließenden Podiumsdiskussion zu einem wichtigen Element der Stadtentwicklung Bonns eingeladen.

Das Bonn-Center an der Reuterbrücke steht weitgehend leer. Als Wohn- und Geschäftshochhaus in 1960er Jahren errichtet, ist es jedem Bonner und vielen Bonn-Besuchern durch den weithin wahrnehmbaren Mercedesstern auf dem Dach bekannt. 18 Meter Gebäudetiefe, nur 2,40 Meter hohe Decken, schlechte Wärmeisolierung und veraltete Gebäudetechnik machen eine neue Nutzung der alten Immobilie nicht leicht.

Umbau oder Abriss und Neubau? Gewerbe, Wohnen, Nahversorgung – welche Nutzung bietet sich an? Kann der Bundeskanzlerplatz im Rahmen einer Neugestaltung endlich ein Platz werden? Kann das Pantheon, eine überregional bekannte Kleinkunstbühne, einen Umbau überleben? Und wer soll das alles bezahlen?

Architektur-Studentinnen und Studenten der FH Köln (Cologne Institute for Architectural Design – CIAD) erarbeiteten in einem Workshop unter Leitung von Prof. Jochen Siegemund und Prof. Eva-Maria Pape Lösungsansätze für eine Entwicklung des Gebäudes. Wie können die vorhandenen Ressourcen im Spannungsfeld zwischen Kernstadt, Bundesviertel und Kessenich genutzt werden? Wie passen die vorhandenen städtebaulichen Strukturen und die Gegebenheiten des Bonn-Centers zu einer neuen Planung? Der studentische Workshop wurde von Architektinnen und Architekten des BDA Bonn-Rhein-Sieg begleitet.

Foto: Michael Lobeck; Präsentation studentischer Entwürfe zum Bonn-Center am 30.10.2014 im Kunstmuseum Bonn; Lizenz: CC BY-SA 4.0

Foto: Michael Lobeck; Präsentation studentischer Entwürfe zum Bonn-Center; Lizenz: CC BY-SA 4.0

Am 30.10.2014 wurden die Ergebnisse des Workshops im Kunstmuseum Bonn vorgestellt und anschließend mit Experten diskutiert:

An der Podiumsdiskussion mit Publikumsbeteiligung nahmen teil:

Moderation der Diskussion zur Rolle des Bonn-Centers in der Bonner Stadtentwicklung:
Michael Lobeck, Geograph, Berater und Moderator in Stadtentwicklungsfragen, Bonn

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion zeigten sich alle sehr beeindruckt von den studentischen Entwürfen über die die Lokalzeit Bonn des WDR am 31. Oktober 2014 einen Bericht zeigt (bis zum 6.11. hier zu sehen). Besonders beeindruckend waren die weitreichenden Entwürfe, die Reuterbrücke und Bahn unter die Erde verschwinden ließen, und so völlig neue Perspektiven auf das Quartier ermöglichten. Die Studierenden hatten bewußt keine Vorgaben in Richtung Finanzierbarkeit/Realisierbarkeit auferlegt bekommen, um in einer ersten Phase den Blick zu weiten und auch ungewöhnliche Perspektiven möglich zu machen.

Weitere Stichworte der insgesamt sechs gezeigten Entwürfe waren Verbindungen in Ost-West- und Nord-Süd-Richtung, Urbanität und Dichte. Alle Entwürfe gehen von einer Verdichtung im Quartier aus und sehen neben Büro- auch viel Wohnnutzung vor. Das Bonn-Center selbst wollten zwei der sechs Gruppen erhalten und umbauen, vier tendierten zum Abriss und Neubau.

Arne Hilbert, der Vertreter des neuen Eigentümers des Bonn-Centers, Art-Invest, machte deutlich, dass er sich an dem Standort eine gewerbliche Nutzung und keine Wohnnutzung vorstelle. Konkrete Festlegungen über Erhalt oder Abriss, genaue Nutzungen oder geplante Gebäudetypen waren ihm nicht zu entlocken. Jetzt würden viele Gespräche geführt, mit der Stadt und mit den vorhandenen Mietern, um dann zu einer guten Lösung zu gelangen. Zur Zukunft des Pantheon, dessen Erhalt von mehreren Rednern gefordert wurde, machte Hilbert keine klare Aussage.

Foto: Michael Lobeck; Bonn-Center / Eingang zum Pantheon am 29.10.2014; Lizenz: CC-BY-SA-4.0

Foto: Michael Lobeck; Bonn-Center / Eingang zum Pantheon am 29.10.2014; Lizenz: CC-BY-SA-4.0

Werner Wingenfeld, der Stadtbaurat von Bonn, betonte, dass es noch keine konkreten planerischen Vorstellungen gebe, und man jetzt Gespräche mit dem Investor und der Politik führen würde. Angesprochen auf eine mögliche neue Hochhausbebauung an dem Standort sagte Wingenfeld: „Ich kann mir hier schon ein Gebäude in der Höhe des Bonn-Centers oder darüber hinaus vorstellen.“

Nikolaus Decker, Vorsitzender des BDA Bonn/Rhein-Sieg, plädierte nachdrücklich für Höhe, Dichte und Mischung an dem Standort und im Quartier. Die Bürgerinnen und Bürger in Bonn müssten begreifen, dass Dichte auch viele Vorteile mit sich brächte und sehr gute Qualitäten ermögliche. Er forderte den neuen Eigentümer auf, auch ungewöhnliches zu denken, wie beispielsweise eine „Vertical City“ – Wohnen und Arbeiten in einem Hochhaus vereint.

Material:

  • Der Bonner General-Anzeiger schildert in einem Artikel den Zustand des Hauses, die noch verbliebenen Mieter und die etwas verworrenen Eigentumsverhältnisse.
  • Programm als pdf im Prospekt der überregionalen BDA- Veranstaltungsreihe „RESSOURCE STADT: UMDENKEN – UMNUTZEN – UMBAUEN“
  • In einem weiteren Artikel des General-Anzeiger bennent Arne Hilbert von Art-Invest die Perspektiven des neuen Eigentümers

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